Adblocker und Jugendschutzfilter (selfhosting)
Heute ist "das Netz" ein Dschungel aus Werbung, Trackern und ungefiltertem Content. Selbst auf eigentlich harmlosen Seiten tauchen plötzlich Pop-ups, halbseidene Werbebanner oder Klickbaits auf. Für uns Erwachsene schon nervig – für Kinder potenziell gefährlich.
Ziel soll dabei sein, zu jeder Zeit und an jedem Ort, Smartphonenutzung werbefrei und "sicher" zu machen.
Die Idee: Werbefilter + VPN – komplett unter eigener Kontrolle
Was ich wollte:
Eine zentrale Lösung, die Werbung und nicht gewollte Inhalte (Werbung, bestimmte Dienste) für alle Geräte blockt. Und zwar sowohl im (heimischen) WLAN wie auch unterwegs im mobilen Netz.
Das Projekt soll selbsgehosted auf einem Cloudserver laufen. Sollte das keine wichtige Voraussetzung für dich sein, kannst du dir Dienste wie NextDNS anschauen.
Was man benötigt:
AdGuard Home als Werbe- und Diensteblocker (kostenlos verfügbar)
WireGuard VPN für den Zugriff auf AdGuard-Home auch von unterwegs (kostenlos)
Einen Cloud-Server (in meinem Fall bei Netcup in Karlsruhe - Partnerlink). In meinem Fall läuft auf diesem Sever Cloudron zur Verwaltung. Dieser kostet etwas. Wenn du außer der hier beschrieben Lösung nichts weiter damit machen willst, kostet das ca. 4-5€ im Monat,
Natürlich lassen sich AdguardHome und Wireguard auch ohne Cloudron z.B. per Docker installieren. Im Netz findet man hierfür genügend Anleitungen.
Warum ich Cloudron gewählt habe
Ich wollte keinen Bastelserver im Keller, mit einem Raspi rumwerkeln oder mich mit langen Installationsskripten, Firewall und Updates des Servers beschäftigen. Das übernimmt Cloudron für mich. Wenn du das nötige Know-how hast und zuhause eine schnelle Internetanbindung, sollte aber auch das kein Problem sein.
Netcup und natürlich auch viele andere Hoster bieten virtuelle Cloudserver (VPS) an , die zuverlässig, günstig, performant sind und gleichzeitig unkomplizierte Snapshot-und Backupmöglichkeiten bieten.
Mit Cloudron kann man Dienste wie AdGuard Home und VPN mit wenigen Klicks installieren und verwalten. Die über Cloudron installierbaren Apps sind hier zu finden. Bis zu zwei Apps können kostenlos betrieben werden - wer mehr möchte, muss für Cloudron ca. 200 € pro Jahr bezahlen.
Was bringt das im Alltag?
Die Tablets meiner Kinder sind werbefrei – kein „Installiere dieses Spiel für Juwelen“ mehr auf (Lern-)webseiten.
YouTube nervt nicht mehr mit Werbung – zumindest ein Großteil davon wird sauber rausgefiltert.
FSK18-Seiten, und Dienste wie TikTok etc. blockiere ich zentral per Adguard – egal ob auf dem Kinderhandy oder im Familien-WLAN.
Auch unterwegs funktioniert alles – durch den VPN-Tunnel läuft der gesamte Traffic über meinen Server, der filtert dann wie zu Hause.
Mein Setup in Kürze
- Netcup Cloud-Server (ab 4 €/Monat)
- eine eigene Domain (am besten eine, deren DNS per API konfigurierbar ist - z.B. Hetzner, Netcup). Die nötigen DNS Einträge lassen sich aber auch manuell erstellen.
- Cloudron (kostenlos für bis zu 2 Apps)
- AdGuard Home (kostenlos, über Cloudron installiert)
- WireGuard VPN (kostenlos, ebenfalls als Cloudron-App)
- Buche einen Cloudserver bei Netcup, Hetzner oder einem anderen Hoster. Für die beiden Dienste und Cloudron reicht eine kleiner Server. z.B. den VPS500
- Installiere nach der Buchung über die Hosting-Konsole ein aktuelles Ubuntu mit LTS. Aktuell Ubuntu 24.X
- Installiere als nächstes Cloudron auf deinem Cloudserver. Hierzu benötigst du eine eigene Domain zit Zugriff auf die DNS-Verwaltung. Die Installation von Cloudron ist kinderleicht mit einem kleinen fertigen Installationsskript, das du nach der kostenlosen Registrierung bei Cloudron erhältst, in wenigen Minuten erledigt.
- Installiere Wireguard und AdguardHome über Cloudron.
Fazit: Digitale Verantwortung selbst übernehmen
Ich will meine Kinder nicht komplett vom Internet fernhalten – das wäre weder realistisch noch sinnvoll. Aber ich will ihnen einen sicheren, gesunden Rahmen bieten, in dem sie lernen und entdecken können.
Mit AdGuard Home und einem eigenen VPN auf meinem Server übernehme ich diese Verantwortung selbst – statt sie an große Tech-Konzerne abzugeben.
Und ganz ehrlich: Es fühlt sich verdammt gut an.